Frischekur für die Hauptorgel

Pfarrei Fürstenzell muss rund 50 000 Euro aufbringen

Im Herbst vergangenen Jahres hatte Kirchenpfleger Sebastian Hirschenauer die Entstaubung und die Sanierungsarbeiten an der Orgel auf dem Mönchschor hinter dem Hochaltar betreut. Nun werden die gleichen Arbeiten an der Hauptorgel durchgeführt - allerdings in einem weit größeren Umfang. Auch hier ist alles vom angesammelten Staub zu befreien. Dann wird alles auf Schäden untersucht, um sie gegebenenfalls zu beseitigen.

Die Orgel auf der Empore stammt aus dem Jahr 1964, als die Pfarrei den Passauer Orgelbauer Ludwig Eisenbarth beauftragte, ein neues Werk einzurichten, weil die alte Orgel, wie es damals hieß, zunehmend schadhaft und unbespielbar geworden war. Das neue Werk löste das in seinen Ursprüngen aus dem Jahre 1748 stammende, vom Passauer Orgelbauer Johann Ignaz Egedacher erstellte ab, das dann in der Folgezeit mehrmals umgebaut wurde. Erhalten blieb aber das alte Orgelgehäuse mit den Schnitzereien des Vilshofener Bildhauers Wolfgang Reitmayer und die Stuckaturen von Johann Baptist Modler aus Kößlarn.

Schon 26 Jahre später, im Jahr 1990, kam es zu einer erneuten Renovierung. Die Anregung dazu kam von den seinerzeitigen Organisten. Bis dann Wolfgang Eisenbarth an die Renovierung gehen konnte, mussten langwierige Vorarbeiten zur Stabilisierung der Empore ausgeführt werden. Finanziert werden konnten sie dank der großen Spendenfreudigkeit der Fürstenzeller Bürger, Banken, Vereine, der Zuschüsse der Diözese, des bayerischen Kulturministeriums, der Gemeinde und auch der damaligen Patenkompanie des Bundeswehrstandorts Pocking. Eingeweiht wurde das neue Werk am 25. November 1990.

Bei den nunmehrigen Arbeiten, die wieder von der Firma Eisenbarth ausgeführt werden, hat sich der Kirchenpfleger wieder mit zwei unterschiedlichen Finanzierungsmodellen auseinanderzusetzen. Denn die Kosten der Entstaubung und allfälligen Reparaturmaßnahmen treffen die Pfarrei in unterschiedlicher Höhe.


Orgelreparatur

Kirchenpfleger Sebastian Hirschenauer (v.l.), Christoph Raab von der kirchlichen Verwaltungsstelle, Bürgermeister Manfred Hammer und Pfarrer Christian Böck.

So beteiligt sich der Freistaat an der Staubfreimachung mit 65 Prozent, an den übrigen Arbeiten nur mit 10 Prozent. Die 65 Prozent resultieren daraus, dass sich der Staat bei der Säkularisation 1803 auch die Fürstenzeller Kirche angeeignet hatte, die bis dahin den Zisterziensermönchen gehörte. Daraus resultiert nach der Rückgabe an die nunmehrige Pfarrei die Verpflichtung, die primäre, das heißt die vorrangige Baulast zu tragen, die die Erhaltung des Baus sichert.

Anders verhält es sich bei den Renovierungsarbeiten. Hier beteiligt sich der Freistaat nur geringfügig.

Bei der Entstaubung mit veranschlagten 40 000 Euro Kosten übernimmt Bayern 25 000 Euro, es bleiben der Pfarrei dann rund 14 000 Euro. Bei den Sanierungsmaßnahmen mit angesetzten Kosten von ebenfalls 40 000 Euro bleiben der Pfarrei rund 36 000 Euro. Zusammen mit dem Eigenanteil für die Reinigung ist das ein saftiger Brocken von rund 50 000 Euro, so dass sich Pfarrer und Kirchenpfleger auch nach weiteren Zuschussquellen umschauen werden müssen.


Text und Foto:
Alfons Sagmeister


 


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