Wettlauf mit Orgelpfeifen

Pfarrfest stand im Zeichen der Orgelsanierung - Kirchlicher Segen für Verwaltungszentrum

Fürstenzell. Sie waren bester Laune. Dafür gab es mehrere Gründe: Künftig weniger Arbeit. Bestes Wetter und ein Pfarrfest mit guter Unterhaltung. In Fürstenzell wurde am Sonntag im Schatten der Kirche gefeiert.
Weniger Arbeit: Die Diözese hat, um die Seelsorger zu entlasten, 18 Verwaltungszentren geschaffen. Das für die Pfarrverbände Fürstenzell, Ruhstorf, Neukirchen/Inn und Neuburg/Inn wurde im Pfarrzentrum Fürstenzell eingerichtet. Im Juli sind Verwaltungsleiter Christopher Raab (35) und die Buchhaltungskraft Kerstin Lantos (41) eingezogen und haben die Arbeit aufgenommen. Am Sonntag erfolgte die kirchliche Segnung der Räume, in denen bisher die Sozialstation der Caritas untergebracht war.
Gute Laune: Das lag nicht nur an der humorvollen Ansprache von Dekan Josef Tiefenböck. Er hatte sich kurz zuvor am Pfarrfest gestrickte Socken gekauft und hielt sie bei der Rede noch in Händen. "Das heißt, wir werden uns warm anziehen müssen, haben wir doch jetzt einen Verwaltungsleiter über uns." Man sei froh um diese Einrichtung, soll sie doch die Kirchenverwaltungen, Pfarrbüros und die Seelsorger von der Buchhaltung und den Verwaltungsarbeiten entlasten. Dementsprechend waren die Kirchenpfleger der Pfarreien und die Pfarrsekretärinnen bei der kleinen Feier vertreten.
Die Räume sind laut 2. Bürgermeisterin Uschi Berchtold "wunderbar" geworden. Elisabeth Roth überreichte einen besonderen Haussegen. Christopher Raab, der in Passau-Neustift wohnt und vor fünf Wochen Vater geworden ist, zeigte Interessierten die funktionalen Räume. Künstler Hubert Huber hat die Wände mit Leihgaben gestaltet. Fürstenzells Pfarrer Christian Böck rückte am Rande die im Vorfeld geäußerten Behauptungen zurecht, die Caritas-Sozialstation habe sich mit dem Wechsel der Räumlichkeiten verschlechtert. Die Kreiscaritas habe sich vor über 20 Jahren am Bau des Pfarrzentrums finanziell beteiligt. In der Vergangenheit sei die Abmietung erfolgt, die in den nächsten Jahren ausgelaufen wäre. Die Räume in der bisherigen Größe (110 qm) wärden nicht mehr benötigt (u.a. ein Bad). Draußen beim Pfarrfest spielte die Trachtenkapelle Fürstenzell. Der Fürstenzeller Pfarrgemeinderat hatte mit Hilfe der Kirchenverwaltung alles für ein schönes Fest bei Sonnenschein arrangiert. Der Frauenbund bot Kaffee und Kuchen an. Die Pfadfinder hatten zudem Kürbisrisotto gekocht. Kinder wurden geschminkt, der Kindergarten St. Maria hatte eine Vorführung, es gab billigst Bücher am Flohmarkt und sogar einen Wettbewerb im Orgelpfeifen-Jonglieren bei einem 20-Meter-Lauf. Kilian Burgstaller stellte den Tagesrekord (3,6 Sek.) auf, viel lustiger war es, den Pfarrern zuzusehen: Da wurde mancher Stopp eingelegt, weil die Pfeife die Balance verlor. Zusammen mit einer Sammlung kamen 400 Euro für die Sanierung und Reinigung der Orgel zusammen.
Begonnen hatte das Fest mit einem Gottesdienst für den Pfarrverband mit den Pfarreien Fürstenzell, Bad Höhenstadt, Engertsham und Jägerwirth. Alle Pfarreien waren mit einem Chor vertreten, "ein schönes Miteinander", lobte Pfarrer Christian Böck in der Predigt. Die Pfarreien würden stetig besser zusammenwachsen, ohne die Eigenständigkeit zu verlieren.

Bilder zum vergrößern einfach anklicken!

Text und Bilder: Helmuth Rücker



 


Diese Webseite verwendet Cookies. Durch die Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Mehr erfahren OK